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Mein Urlaub in Kayaköy

26 Oct

Unser Haus in Kayaköy

Nach meinem zweiwöchigen Aufenthalt im kosmopolitischen Brüssel und einem Intensivsprachkurs in Französisch folgt nun das komplette Kontrastprogramm, hier im idyllischen Kayaköy nahe der türkischen Mittelmeerküste.

Montagmorgen begab ich mich mit meinem großen Koffer auf den Weg zum Flughafen und erlebte noch einmal das typische Brüsseler Berufsverkehrschaos. Zuvor genossen mein Bruder und ich unser letztes gemeinsames Frühstück und insbesondere die zwei großen Tassen Filterkaffee. Schon in der Warteschlange am Check-In Schalter war ich von nun an umgeben von türkisch Sprechenden. Allerdings wird hier in Belgien das Türkische mit französischen oder niederländischen Sprachelementen erweitert. Das klang für mich sehr sonderbar, da ich mich an die deutsch-türkische Variante gewöhnt hatte.

Während eines Zwischenstopps in Istanbul musste ich sofort ins kalte Wasser springen und mich auf Türkisch verständigen. Ich versuchte einem Angestellten des Flughafens zu fragen, ob ich meine in einem Duty-free Shop erworbene Flasche „Bière blonde“ mit durch den Secruity Check-In nehmen darf. Anscheinend sah dies sehr belustigend aus, da mich plötzlich alle amüsiert beobachteten, wie ich dem Mann mit Händen und Füßen aus zwei Meter Entfernung mein Problem erläuterte. Erstaunlich, er verstand mich und antwortete: „Problem yok! Domestic flight problem yok, international flight – problem!“ Ich durfte somit glücklicherweise mein Souvenir, das belgische Bier, mitnehmen.

Nach einer insgesamt zwölfstündigen Reise erreichte ich endlich den Flughafen in Dalaman. Dort holte mich Uygur ab und nach einer sehr kurvigen Autofahrt erreichten wir endlich unser Domizil in Kayaköy. In diesem Ort befindet sich auch das „Geisterdorf“, eine verlassene griechische Ruinensiedlung, hinter der sich eine dramatische Geschichte verbirgt. Nicht umsonst wurde dem heutigen Ort der Name „Fels- bzw. Steindorf“ gegeben.

Kayaköy ist mit Recht als Dorf zu bezeichnen. Das betone ich, da ich zwar auch in einem Ort namens Falkendorf aufgewachsen bin, jedoch dort nicht wirklich Dorfatmosphäre herrscht. Wir hatten zwar kleine Meerschweinchen als Haustiere, doch gibt es keine wildernden Katzen, die jeden Abend haufenweise bettelnd und hungrig vor dem Grill hin- und herschleichen. Ab und zu verirrt sich immerhin ein Reh im Garten meiner Eltern, aber an die Straße überquerende Wildschweine bin ich nicht gewöhnt. Zwar gibt es in Falkendorf auch krähende Hähne, doch keine Ziegen, die bei jedem Schritt mit ihrem um den Hals gebundenen Glöckchen klingeln und frei herumspazieren.

Das Auto parkend, verkündigte Uygur erfreut, dass wir nun angekommen sind. Ich blickte ihn verstört an, schaute mich um und fragte, wo denn das Haus sei. Es war kein Gehweg, kein Licht und kein Wohnhaus in Sicht. Mein Freund zeigte mit seinem Finger in die Dunkelheit, „Dort entlang, an den Ziegen vorbei“. Ziegen??! Ich war gespannt, was mich noch so erwartete. An einer Mauer vorbei gelangen wir zu einer Tür, die wir öffneten.

Endlich konnten wir ein kleines Steinhaus mit einem Garten erblicken. Dieser fremde Ort erschien mir in der Dunkelheit als sehr unheimlich und ich versuchte tapfer mein mulmiges Gefühl zu verdrängen. Als Dorfmädchen kann man mich anscheinend wirklich nicht bezeichnen. Das Haus besaß einen unangenehmen, alten und nassen Geruch. Zum Glück war ich zu müde um darüber nachzudenken, ob ich mich hier wohlfühlen werde. Am nächsten Morgen regnete es in Strömen. Dennoch sah die Welt am helligten Tag schon ganz anders aus. Nach einer Putzaktion und ausgiebigem Lüften, fühlte ich mich schon viel wohler. Selbst den Hahn, der uns früh morgens mit seinem krächzenden Krähen weckte und nun versuchte den Staubsauger zu übertönen, wollte ich nun nicht mehr den Hals umdrehen. Seitdem freue ich mich jeden Morgen darauf aus dem Bett zu springen, um meinen Kaffee gemütlich auf der Terrasse in der Sonne zu trinken. Na gut, das war nun etwas übertrieben. Ein Morgenmuffel bin ich immer noch und für Uygur bleibt es auch weiterhin jeden Morgen eine Herausforderung, mich zu wecken.

Ich genieße meine Aussicht auf eine wunderschöne Berglandschaft, erfreue mich über die Tiere um mich herum und liebe die saftigen Melonen, Tomaten und Auberginen, die nicht aussehen wie die genmutierten Riesengewächse aus einem Lebensmittelladen. Jedem, der mal ein bisschen Abstand vom Alltag in einer Großstadt benötigt, empfehle ich dieses wunderbare idyllische Örtchen, in dem man sein Frühstücksei und die Milch beim Nachbarn kaufen kann.



 
1 Comment

Posted by on October 26, 2011 in Kayaköy, Travel, Turkey

 

One response to “Mein Urlaub in Kayaköy

  1. xrumer

    October 29, 2011 at 3:33 am

    This is really attention-grabbing, You are an excessively professional blogger. I’ve joined your feed and stay up for in the hunt for more of your great post. Also, I’ve shared your web site in my social networks

     

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